Skitour
auf den Mont Dolent

Am
19. März 2005 fuhren Hans-Jörg Zimmermann, Gregor
Schuler und Marco Weber Richtung Unterwallis in der
Schweiz. Die Wetterprognosen waren gut, nur war es
sehr warm. Darum sollte man recht früh an seinem Ziel
ankommen, um den Nassschneelawinen aus dem Weg zu
gehen. Unsere Tour ging in La Fouly (1593m) los, um über
das Bivacco Fiorio (2729 m) auf den 3820 m hohen Mont
Dolent zu steigen. Der Zustieg zum Biwak lief ohne
Probleme, nur die Hitze machte uns ein wenig zu
schaffen. Ab dem Petit Col Ferret fingen dann meine
Begleiter aus irgendeinem Grund zu jammern und meckern
an, so dass der restliche Aufstieg nicht mehr so viel
geredet wurde. Am Biwak angekommen hatte sich die
schlechte Stimmung recht schnell gelegt. Nur mussten
wir leider feststellen, dass es kein Möglichkeit gab,
in dieser Behausung Schnee zu schmelzen. Das würde für
uns bedeuten viel Hitze, kein Wasser, kein Gipfel.
Nach vergeblichen versuchen, den Schnee irgendwie in
der Sonne zu schmelzen kam Gregor auf die Idee, ein
Feuer zu machen. Da Holz in dieser Höhe nicht
wirklich vorhanden ist, machten wir uns auf die Suche
nach etwas Brennbarem in der Hütte, dass aber natürlich
nicht der Hütte schadet. Nach kurzer Zeit fanden wir
unter den Schlafplätzen einige alte Bretter und
Gregor wandelte sogleich Schnee in Wasser um.
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Am
nächsten Morgen ging es recht früh los, da am
gestrigen Nachmittag einige Nassschneelawinen
abgingen. Nach einer halben Stunde Aufstieg kam eine
kurze aber sehr steile Passage, die wir queren
mussten.
Als
ich auf der andern Seite dieser Passage sehr lange
wartete, ging ich ein Stück zurück, um nach meinem
Kollegen zu sehen. Dort musste ich sehen, dass die
zwei sich wieder mal beim Fluchen, Jammern und nervösem
vor und zurück übertrafen. Eigentlich ist solch eine
Passage nie ein Problem für die beiden, doch an
diesem Tag ging aus irgendeinem Grund einfach nichts.
Als Gregor es dann doch, die Skier tragend, geschafft
hatte und bei mir wutentbrannt angekommen war, versank
er noch dreimal hüfttief im Schnee. Dann drehte er
fast völlig durch und schrie aus vollem Hals „bin
ich den do de Depp am Berg“. Außer Hans-Jörg, der
total entnervt umdrehte und uns zurief, dass er auf
irgend einen anderen Gipfel steige, ging es für uns
zwei weiter. Wegen Gregors Flucherei stiegen wir in
einem Abstand von ca. 30 m weiter den steilen Pre´ de
Bar Gletscher empor bis zu einem Sattel, an dem wir
unsere Skier ablegten. Mit Steigeisen und Pickel ging
es dann zum Gipfel. Dort endlich beruhigte sich
Gregors Gemüt wieder.
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Die
Abfahrt bis zum Biwak lief ohne Probleme und dort
trafen wir auch Hans-Jörg wieder, der trotz allem
eine schöne Skitour hatte. Ab dem Petit Col Ferret
wurde der Schnee zunehmendes schlechter zu
fahren und wir hatten ziemlich Probleme in diesem
total durchfeuchtetem Schnee irgendwelche Kurven zu
ziehen. Am Auto angekommen schmiss Hans-Jörg seine
Skier die Strasse hinunter. Er war stocksauer, weil er
mit diesem Schnee überhaupt nicht zurecht kam.
Zuhause angekommen, tranken wir dann ein Bier und lachten nur noch über
unser bescheuertes Verhalten bei dieser herrlichen
Tour.
Bericht von Marco Weber
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